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Ab in den Norden!

"Rentres à la maison, tu me gênes!", was dem dem Sinn nach übersetzt, etwa bedeutet, "Geh' nach Hause, du kotzt mich an!", waren die letzten Worte, die ich mitr von dem Menschen, den ich in Kpalimé am liebsten habe, anghören dUrfte. Dies geschah in der Nacht von Sonntag auf Montag, 3 Uhr Uhr früh am Morgen. Alles begann damit, dass wir mit mehreren Leuten aufgrund meines letzten Abends in Kpalimé noch ein bisschezn tanzen und feiern gegangen sind, später dann irgendwann bei einer Diskussion über den Film "Hotel Ruanda" angelangten, ich mich schliesslich zwei frustrierenden Stunden Schlaf hingab, früh um sechs meine Schwarzbrotmischung zur Bäckerin brachte, meine lettzn Sachen zusammenrammschte und mich der seit jeher geliebten Minibusfahrt nach Lomé hingab. Nicht, dass ich euch mit meinen Ausführungen verwirren möchter, nein, ich ¨will nur so ein bisschen andeuten, weshalb es mir nicht ganz so schwer gefallen ist, Kpalimé für einen Monat zu verlassen. Seit jener Nacht von Sonntag auf Montag wusste ich schon, dass ich mit dieser Reise noch einmal ganz bewusst die Möglichkeit nutzen könnte, über die verszchiedensten Dinge, die mich in den lettzen zehneinhalb Monaten bewegt haben, in aller Ruhe nachdenken zu können. Letztendlich waren aber trotzdem keinerlei Spontanentscheidungen dazu nötig, um mich schliesslich als einzige Yovo im Lomé-Buschtaxi wiederzufinden - natürlich völlig verpeilt und übermüdet. Der Versuch des Schlafens im Auto entpuppte sich auch wiedermal als soinnlos: Zumindest schliefen mein rechtes Bein und mein linker Arm - eingequetscht zwischen drei entsprechend korpulenten, togoischen Mamas und einer Art rostiger Eisenstange am Fenster des Fahrzeuges. Aber irgendwie wäre es ja auch verdammt komisch, aus der zweistündigen Fahrt von Kpalimé nach Lomé einmal keine Gliederschmerzen davonzutragen... Angekommen in der Hauptstadt, mal wieder das übliche Szenario: Umringt von ca. 15 Taxi-Mto-Fahrern, die dich nach ihrer eigenen Aussage alle als erster gesehen haben, musst du 14 enttäuschen und mit dem Auserwählten dann auch noch um den Preis streiten. Moto-Fahrer Nummer fûnfzehn war dann auch ziemlich enttäuscht, dass er keine Yovo vor sich hatte, die die distanzüblichen Preise nicht kennt.Am Ende wollte er also wenigstens noch ein Geschenk von mir: Meinen tollen 15-Euro-Discman, der abnutzungsbedingt wohl bald auch noch seine letze Funktion aufgeben wird. Ich erinnere mich noch recht gut daran, wir mir diese "Donne-moi cadeau"-Attitüde am Anfang meines Aufenthaltes immer total auf die Nerven ging. Inzwischen habe ich es gelernt, auf den sowieso nicht ganz ernst gemeinten Dialog einzusteigen, nach dem Grund zu fragen unbd am Ende auch selbst meinen Spass zu haben. Im beschrieben Fall sollte es sich nämlich um ein "cadeau de Noël", also um ein Weihnachtsgeschenk, handeln.¨Leider war mein neuer Freund mit seinem Wunsch ja etwas spät dran...in sechs Monaten würde ich dann wieder vorbeikommen. - Nur ist mein Discman dann wohl nicht mehr lebens- und arbeitstauglich. In Lomé habe ich dann noch zwei meiner blinden Schüler, Mawunyo und Dossou, getroffen, die gerade ihr Abi gemacht haben (die Resultate werden allerdings erst Mitte Juli bekanntgegeben) und jetzt ihre Ferien bei Freunden in Lomé verbringen. Dies war gleichzeitig auch eine gute Gelegenheit, um ("blindes") Campus- und Studentenleben ein bissen kennenzulernen. 19 Uhr war es dann endlich soweit: Im grossen Reiseus ging es los in Richtung Ougadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Die Fahrt sollte 20 Stunden dauern, und auch nicht unanstrengend sein. Aber mich machen inzwischen eben auch so kleine Dinge, wie ein eigener Sitzplatz und kein ewiges Warten auf die Vollbesetzung des Buscxhtaxis, dass dich nur in die nächstgrössere Stadt transportieren wird, glücklich. Im Bus herrschte eine angenehme Atmosphäre. Verschiedenste Menschen, mit den unterschoiedlichsten Interessen steuerten auf Ougadougou zu: Ob Geschäftsfrauen und -männer oder Frauen in Burka und muslimische M^¨anner mit eigens mitgenommen, batteriebetrieben Miniradio, aus dem die ganze Zeit Korangesänge ertönten. Durch die verschieden, vertretenen Ethnien verlief die Kommunikation auf Französisch. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Fahrt in den Norden führen wird. Obwohl ich immernoch total müde war, entwickelte sich auch sogleich ein spannendes Gespräch zwischen mir und meinem Nachbarn.: Dieser hiess Maxime, ich schätze ihn auf irgendetwas zwischen 45 und 55, arbeitete 27 Jahre lmang für das Innenministerium von Burkina Faso, hat eine französische Frau und eine zwölfjährige Tochter. Wir diskutierten über Politik, Afrika, Europa und sonstige Dinge, die die Welt zu dem machen, was sie heute ist. Bei jedem Zwischenstopp lud er mich auf Essen und Trinken ein...und inzwischen weiss ich, wie unhöflich es ist, sowas hier abzulehnen. Um 15 Uhr am Folgetag kamen wir dann endlich in Ouga an und er fragte mich, ob ich mich denn nicht erst einmal bei ihm zu Hause ausruhen wöllte. Da ich zwar die Telefonnummer einer Bekannten in Ouga hatte, ich mir aber Stress ersparen wollte und auch ein positives Bauchgefühl besass, nahm ich seine Einladung an. Eigentlich hatte ich mich ja schon darauf eingestellt, während meiner Reise auch einfach mal nur auf irgendwelchen Häuserdächern zu schlafen ... doch dann lebte ich die ersten Tage in Ouga wie "Gott in Frankreich" .....
6.7.07 18:45
 


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